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Das Lassalle-Haus Bad Schönbrunn

Ein Ort: Bad Schönbrunn

Noch bevor hier das erste Haus stand, nannte man die Quellen in der hügeligen Moränenlandschaft über der Lorze zum „Schönen Brunnen“. Als die Schweiz im 19. Jahrhundert als Gesundheitsdomizil entdeckt wurde, inspirierte die Lage zum Bau eines Kurhauses. Es zog Gäste aus ganz Europa an. 1929 wurde es von den Jesuiten übernommen und diente der religiösen und allgemeinen Erwachsenenbildung. Baufällig geworden musste das Kurhaus 1968 einem Neubau weichen. Der Zürcher Architekt André Studer komponierte das neue Haus nach der „harmonikalen Bauweise“ in das Quellgebiet hinein. So fügen sich heute der Bau und der Park in ein dialogisches Ganzes. Der Gartenarchitekt Josef Seliger entwickelte die Anlage mit den alten Bäumen des Kurgeländes weiter. Einfachheit und Klarheit sprechen aus der Gesamtkomposition zu den Gästen und machen Bad Schönbrunn zu einem Kraftort besonderer Art.

Ein Name: Lassalle

1993 wurde das Haus in Bad Schönbrunn mit einem zusätzlichen Namensgeber verbunden: dem Jesuitenpater und Zen-Lehrer Hugo Enomiya Lassalle. Er gilt als Wegbereiter des Dialogs zwischen Zen-Buddhismus und Christentum. Mit ihm setzte sein Schüler P. Niklaus Brantschen SJ neue Schwerpunkte in den Bereichen Spiritualität, Dialog und Verantwortung. Als 29jähriger kam Lassalle als Missionar nach Japan. Um die Japaner tiefer zu verstehen, setzte er sich mit dem Zen-Buddhismus auseinander. Über die Jahre prägte diese Erfahrung sein Christentum von innen her neu und machte ihn zu einem der entscheidenden Brückenbauer zwischen östlicher und westlicher Spiritualität. Spirituelle Vertiefung und die Offenheit für den Dialog verbanden sich in seinem Leben ganz selbstverständlich mit seinem sozialen Engagement. Sei es in den Armenvierteln von Tokyo oder in der Friedenarbeit nach dem überlebten Abwurf der Atombombe in Hiroshima.

Ein Programm: Spiritualität, Dialog und Verantwortung


Das heutige Programm des Lassalle-Hauses greift diese drei Schwerpunkte auf. Als Zentrum für Spiritualität vermittelt es die traditionsreichen Wege der Mystik: Zen, Exerzitien, Kontemplation, Yoga, Sufismus, Kabbala. Sie sollen individuell den Zugang zur Erfahrung des Transzendenten ermöglichen. Im Bereich Dialog wird die Begegnung zwischen den Religionen ins Wort gefasst und die Erfahrung durch die intellektuelle Auseinandersetzung gefestigt. Die Verantwortung, als letzter Bereich des Programms ergibt sich aus der Weltzugewandtheit der Jesuiten. Die spirituelle Erfahrung und ihre denkerische Durchdringung sollen sich im konkreten Alltag bewähren, sei es im beruflichen Engagement, in Familie und Partnerschaft, in der Auseinandersetzung mit dem Alter oder den Herausforderungen der Gesellschaft. Jeder und jede ist gerufen, aus geistlicher Quelle Antwort zu geben mit dem eigenen Tun.

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