«Säkularisierungs-These muss revidiert werden»: Christian Rutishauser SJ in «Stimmen der Zeit»

Der Provinzial der Schweizer Jesuiten Christian Rutishauser SJ schreibt in der aktuellen Ausgabe der Monatszeitschrift Stimmen der Zeit:

«Die europäische Moderne lebt aus dem Mythos der Säkularisierung: Fortschritt gebe es nur, wenn Religion überwunden und die Welt entzaubert werde. Die Zukunft gehöre der Aufklärung und Wissenschaft; Religion habe keinen Platz.

Auch wenn diese weltweit zurückgedrängt wird und Wissenschaftsgläubigkeit dominiert, ist die klassische Säkularisierungsthese inzwischen falsifiziert. Säkularisierung bedeutet zwar Entchristlichung und Entkirchlichung, doch das Religiöse bleibt. Will man weiterhin von Säkularisierung sprechen, ist darunter ein Prozess der Pluralisierung, Individualisierung und Privatisierung des Religiösen zu verstehen. Viele Bereiche, die einst an die Kirche gebunden waren, wie das Diakonisch-Soziale, die Medizin, die Kunst, haben sich verselbstständigt. Sie werden nun von säkularen Institutionen getragen.»

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