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P. Bernd Hagenkord SJ zur Sicht des Vatikan auf das Bistum Limburg

Dom zu Limburg
Dom zu Limburg

"Wir zeigen heute der Welt, dass man keine falschen Rücksichten nimmt.“ 

27. März 2014

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wird nicht mehr in sein Amt als Limburger Bischof zurückkehren. Die Sendung „Kulturzeit“ von 3sat spricht darüber mit dem Jesuiten P. Bernd Hagenkord SJ, dem Leiter der deutschsprachigen Redaktion von "Radio Vatikan".

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Katholisch sein in der Krise. – P. Klaus Mertes SJ in der Sendung „Sternstunde Religion“ des Schweizer Fernsehens

Am 16. März 2014 erhielt der Jesuit Klaus Mertes SJ in Luzern den Herbert Haag-Preis für Freiheit in der Kirche. Aus diesem Anlass führte das Schweizer Fernsehen ein längeres Interview mit ihm. Darin äussert er sich nicht nur zu seiner Rolle bei der Aufdeckung sexueller Missbräuche in Jesuitenschulen, sondern auch zu aktuellen Herausforderungen, vor denen die katholische Welt steht.


"Vom Westen bekommt man schöne Worte" – P. Robert Hotz SJ zur Krise in der Ukraine

Von Barbara Ludwig / Kipa

P. Robert Hotz SJ
P. Robert Hotz SJ - CEO Hilfsaktion Westukraine

Zürich, 7.3.14 (Kipa) Bei den Massenprotesten in der Ukraine gegen den unterdessen abgesetzten Staatspräsidenten Viktor Janukowitsch auf dem Kiewer Maidan waren auch Priester präsent, und Kirchen meldeten sich im Machtkampf zwischen Opposition und Regierung zu Wort. Der Schweizer Jesuit und Gründer der "Hilfsaktion Westukraine" Robert Hotz (78) sieht jedoch im Verhalten der Kirchen während der Proteste "nichts Neues". Er ist selber Priester der ukrainisch-griechisch-katholischen Kirche, lebt in Zürich und in der Ukraine. Den Wunsch vieler Westukrainer nach einer Annäherung an Europa sieht der frühere Osteuropakorrespondent skeptisch.

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P. Christian M. Rutishauser SJ: Mit der Bibel leben

© wikimedia: Lateinische Bibel, Malmesbury Abbey, England

Die Zeitschrift „Bibel heute“ ist die einzige Zeitschrift im deutschsprachigen Raum, welche die Bibel in aktueller Weise und fundiert einem breiten, auch nicht-wissenschaftlichen Publikum vermittelt. Diese Mitgliederzeitschrift des Katholischen Bibelwerks widmet ihr jüngstes Heft Nr. 4 aus dem Jahre 2013 dem Thema „Heute“. Darin eröffnet Christian M. Rutishauser SJ (auf den Seiten 4-6) verschiedene Zugänge zur Frage, wie es mit Hilfe der Bibel leichter möglich ist, im Hier und Jetzt zu leben.

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P. Klaus Mertes SJ: Uno-Bericht ist «gerührter Quark»

Köln, 7.2.14 (Kipa) Jesuitenpater Klaus Mertes hat den Uno-Bericht zum Umgang der katholischen Kirche mit sexuellem Missbrauch von Kindern scharf kritisiert. Er könne «nur den Kopf schütteln», wenn die Experten des Uno-Kinderrechtskomitees UNCRC von einer zwingenden Meldepflicht von Missbrauchsfällen an die staatlichen Behörden redeten, sagte Mertes dem «Kölner Stadt-Anzeiger» (Freitag, 7. Februar). «Darüber sind wir in der Diskussion längst hinweg. Gerade die Opferverbände warnen vor solch einem Automatismus», so der Pater, der 2010 als Rektor am Berliner Canisius-Kolleg die Aufdeckung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche ins Rollen gebracht hatte. 

Für einen staatlichen Ermittler stehe die Unschuldsvermutung zugunsten eines mutmasslichen Täters an erster Stelle, führte Mertes zur Begründung aus. «Das heisst, er muss die Angaben der Opfer zunächst einmal bezweifeln.» Vor diesem Moment und dem anschliessenden Verfahren hätten jedoch viele Betroffene Angst. «Aber das sieht der Uno-Bericht in seiner Naivität nicht.»

Das Kinderrechtskomitee hatte in einem am Mittwoch, 5. Februar, veröffentlichten Report den Umgang der katholischen Kirche mit sexuellem Missbrauch von Minderjährigen als unzureichend bezeichnet. Der Heilige Stuhl habe «die Reputation der Kirche und den Schutz der Täter über die Interessen der Kinder gestellt», sagte die Vorsitzende des Expertenausschusses, Kirsten Sandberg. Der 16-seitige Bericht verlangt unter anderem mehr Transparenz und Nachbesserungen im Kirchenrecht. Er forderte zugleich Änderungen im Umgang der Kirche mit Homosexualität und Abtreibung.

Das Papier werfe alles in einen Topf, «was an Vorbehalten gegenüber der katholischen Kirche herumwabert», monierte Mertes. «Und wenn dann noch Themen wie Abtreibung oder Homosexualität in den Bericht einfliessen, kommt endgültig gerührter Quark heraus.» Einer zentralen Hotline für Missbrauchsopfer im Vatikan, wie die Uno-Experten sie forderten, erteilte der Jesuit eine klare Absage. Zentralisierung sei ein Teil des Problems beim bisherigen Umgang mit Missbrauchsfällen gewesen. «Aber die Uno haben die gleiche Wasserkopf-Denke wie der Vatikan selbst.»

Forderung an Vatikan

Trotz aller Mängel enthalte der Bericht allerdings «immer noch genügend berechtigte Kritik», betonte Mertes. An die Adresse des Vatikan gerichtet, der den Bericht zu Teilen zurückgewiesen hatte, sagte der 59-jährige Pater, der inzwischen die Jesuitenschule Sankt Blasien im Schwarzwald leitet: «Ich warne davor, auf beleidigte Leberwurst oder verfolgte Unschuld zu machen.» Zugleich forderte Mertes vom Vatikan ein schärferes Vorgehen gegen Bischöfe, die Missbrauchsfälle vertuscht haben oder an einer Vertuschung beteiligt waren. Die Betroffenen sollten «ihr Amt verlieren oder zurücktreten». (kipa/kna/am)

 

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Zum Tod von Br. Franz Keller SJ – von P. Christian Herwartz SJ

Am 9. Januar 2014 morgens ist Br. Franz Keller SJ in Berlin Kreuzberg friedlich gestorben. Wir veröffentlichen den Brief, den P. Christian Herwartz SJ, der jahrzehntelang mit ihm zusammenarbeitete und in derselben Jesuitengemeinschaft wohnte, verfasst hat.

Liebe Freundinnen, Freunde und Bekannte,

Franz lebte 33 Jahren in unserer Berliner Kommunität und ist ein Kristallisationspunkt des Friedens gewesen. Wir hoffen weiter auf seine uns zusammenführende Liebe vom neuen Lebensort aus. Er lebt für uns jetzt noch näher an unserem Orientierungszentrum, nämlich der uneingeschränkten Liebe Gottes.

Unser Leben hat sich durch seinen Tod verändert. Bevor wir über weitere Schritte in die Zukunft nachdenken, wollen wir für das Leben von Franz unter uns danken und um den Verlust trauern:

Am Donnerstag, 16. Januar 2014, um 12.00 Uhr feiern wir in der Kapelle auf dem Domfriedhof St. Hedwig (Ollenhauerstraße 24-28, in Berlin-Reinickendorf, Nähe U-Kurt Schuhmacher Platz) einen Dankgottesdienst.
Anschließend ist die Beerdigung auf dem Friedhof neben der Kirche.

Danach laden wir in eine Kirche in der Nähe zu einem Kaffee ein.

Gott ist die Liebe

Franz Keller wurde am 19.8.1925 in Wettingen (Bürgerort Endingen) geboren. Er war in der Schweizer Geschichte verwurzelt. Mit seiner Familie zog er 1926 nach Rapperswil am Zürichsee, wo er seine ganze Kindheit und Jugend verbrachte. Während um die Schweiz ein grausamer Krieg tobte – die Nahrungsmittel wurden früher rationalisiert als in den Nachbarländern – absolvierte er eine Lehre als Hochbauzeichner in Zürich. Es folgte 1944 der Militärdienst bei der Gebirgsbautruppe. Beim Schleppen der Stämme für den Bau von Brücken hat er sich einige Male verhoben. Schmerzhaft erinnerte er sich daran sein Leben lang. Nach dem Krieg absolvierte er in Winterthur das Technikum, Abteilung Hochbau. Im Mai 1950 trat er als Bruder in den Jesuitenorden ein. Sein Noviziat und darin die großen Exerzitien wurden unterbrochen, um als Pionier schwere Lawinenschäden aufzuräumen.

Den Jesuiten war in der Schweiz bis 1973 jede Tätigkeit in Schule und Kirche verfassungsgemäß verboten. Aber sie führten ein Gymnasium mit Internat kurz hinter der Grenze in Österreich in der Stadt Feldkirch. Statt wie erwartet nach Indien – das Land wurde im Jahr nach dem Noviziat für Missionare aus politischen Gründen plötzlich geschlossen – ging Franz 1952 nach Feldkirch an das Kolleg der Jesuiten und war für den Gebäudeausbau und -erhalt zuständig. 1978 wurde die Schule wegen mangelnden Nachwuchses geschlossen. Franz betreute noch einen Neubau, der von älteren Mitbrüdern als Altersheim und für die Ausbildung von Religionslehrern genutzt wurde. 1980 zog er nach Berlin-Kreuzberg um. Wie sein Mitbruder Michael Walzer und ich suchte er – nun schon 55 Jahren alt – eine einfache Beschäftigung in der Elektroindustrie. Ohne unbeschränkte Arbeitserlaubnis war die Arbeitssuche schwierig. Erst wenn kein Deutscher, Spanier, Türke ... Interesse an einer Arbeitsstelle zeigte, durfte er sich als Schweizer als Neunter auf der Liste mit Aussicht bewerben. Franz fand – ein wenig getrickst – Arbeit bei Elektrolux und zog fünf Jahre im Tempelhofer Werk die Innenhaut für Kühlschränke. Das Werk wurde dann geschlossen, und Franz bot seine Arbeitskraft auf dem Bau an: in der Regenbogenfabrik, einem besetzten Haus in Kreuzberg, bei Sanierungen von Altbauten, im Altersheim der Jesuiten in Berlin-Kladow. Zwischendurch half er bei der Pflege des todkranken Michael Walzer, der am 29.1.1986 starb.

Seine große Liebe zur Natur zog Franz in der Schweiz in die Berge. In Berlin entdeckte er mit dem Fahrrad das Umland. Der Mauerfall – pünktlich zum Rentenbeginn – eröffnete ihm eine neue Weite, die er bis an die polnische Grenze, die Mecklenburgische Seenplatte oder nach Magdeburg für Tagestouren weit über 200 Kilometer nutzte. Im Mittelpunkt stand aber das Zusammenleben in der ständig wachsenden Gemeinschaft. Er hat sie durch viele Krisen hindurch mit seiner Treue ermöglicht. Dazu gehörte neben vielen vertraulichen Gesprächen auch sein treues Mitbeten bei den Mahnwachen der Ordensleute gegen Ausgrenzung vor der Abschiebehaft in Berlin-Köpenick und beim Interreligiösen Gebet auf dem Gendarmenmarkt.

Zu seinem 85. Geburtstag erschien das Buch „Geschwister erleben“. Unter der Überschrift Gott ist die Liebe, schreibt Franz. … Mein geistliches Leben hat sich weiter entwickelt. Dabei war mir sehr wichtig die regelmäßige geistliche Lesung. Da habe ich so manches Buch auch zweimal gelesen. Ebenso die praktische Arbeit hat mein Leben immer mehr vereinfacht und dann hat das Alter auch noch dabei geholfen. Heute kann ich mein geistliches Leben in dem Satz zusammenfassen: Gott ist die Liebe. Ihm möchte ich mich anvertrauen.

Unter den Stichworten „Gott schreibt auf krummen Linien gerade“, „Wo Willkommen im Raum steht“, „Jeder Gemeinschaft wünsch ich einen Franz“, „Gerecht, fromm, weit“, „Schweigsamkeit adelt ihn“, „Im Frieden leben“, „Franz, der Missionar“ werden Begegnungen mit Franz festgehalten.

Wer mehr zu diesen Stichworten aus dem Buch "Geschwister erleben" lesen will, schlage die Seiten 101 - 114 auf.
 


Geschichte, umgedeutet für die Partei – Von Mike Bacher

von Franz-Xaver Hiestand

Philipp Anton von Segesser
Philipp Anton von Segesser

 

Gemäss Nationalrat Christoph Blocher geniesst die heutige Jugend keinen richtigen Geschichtsunterricht mehr. Um diesem Übelstand abzuhelfen, hat er vor einigen Jahren diese Aufgabe übernommen, indem er regelmässig eine „Würdigung grosser Schweizer Persönlichkeiten“ vornimmt. Am vergangenen Donnerstag waren nun drei bedeutende Zentralschweizer Persönlichkeiten (Niklaus von Flüe, Philipp Anton von Segesser und Robert Zünd) an der Reihe.

Gegen Geschichtsunterricht lässt sich wenig einwenden. Problematisch wird die Lektion aber, wenn nicht mehr die Geschichte und ihre handelnden Akteure im Vordergrund stehen, sondern die historischen Persönlichkeiten zur eigenen Profilierung verwendet werden. Ein Umstand, der anlässlich der Veranstaltung unschwer zu erkennen war. Die historischen Protagonisten – ihres zeitgenössischen Umfelds beraubt und dem Sinn ihrer Worte entkleidet – waren bloss noch Staffage für fremde Zwecke.

Besonders zeigte sich dies bei der Behandlung Philipp Anton von Segessers. Hier wies die „Würdigung“ das nämliche Problem auf, wie der lange in der Schweiz praktizierte Geschichtsunterricht: die einseitige Perspektive. Aussagen wie „1848 war die Zeit, als die Schweiz das Heft wieder selber in die Hand nahm“ dienten lange dazu, jegliche Kritik am Bundesstaat als reaktionär und fortschrittsfeindlich zu verurteilen.

Tatsächlich schienen die Ausführungen geradezu liberal-radikalen Pamphleten jener Zeit entsprungen zu sein. Komplexe Entwicklungen wurden übersprungen, rechtliche Zustände erst gar nicht erwähnt; und für den Sonderbundkrieg kann es natürlich nur einen Hauptgrund gegeben haben – die Jesuiten. Denn diese seien „eine ganz militante Gesellschaft gewesen“, welche „der Luzerner Regierung geraten haben, fremde Hilfe aus dem Ausland ins Land zu holen!“ Obschon sämtliche dieser Aspekte noch im 19. Jh. als falsch widerlegt wurden und nur noch in kulturkämpferischen Parolen ihr Dasein fristeten, hält dies Christoph Blocher im 21. Jh. nicht davon ab, sie unreflektiert als historische Wahrheit zu verkaufen. Mit markigen Sprüchen à la „Jesuiten wollen den Staat nach ihrer Art unterbringen und das Volk soll nichts mehr dazu zu sagen haben“ wird Blocher weder der Geschichte des Sonderbundes noch der Gründung des Bundesstaates gerecht. Segesser war weder Jesuitenfreund noch deren Feind, sondern mahnender Anführer der Integration der Katholiken in den neuen Bundesstaat. Dies trotz jahrzehntelangen Anfeindungen und Angriffen der Sieger des Sonderbundkrieges – von Blocher beschönigend als „sehr humaner Umgang mit den Unterlegenen“ bezeichnet.

Es kann nicht bezweifelt werden, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte und ihren Akteuren nicht nur die Selbstidentifikation eines Volkes stärkt, sondern auch für die heutige Politik ein Mehrwert bringen kann. Ob dies allerdings gelingt, indem ein undifferenziertes und politisch vereinnahmendes Geschichtsbild weitergetragen wird, darf bezweifelt werden.

Mike Bacher ist Assistent am Lehrstuhl für Rechts- und Staatsphilosophie an der Universität Luzern und Mitautor einer Studie über Philipp Anton von Segesser (2013).

Hier veröffentlicht mit Genehmigung des Verfassers, erschienen in der Basler Zeitung vom 6. Januar 2014, S. 6.


Weihnachten - Gedanken von P. Hansruedi Kleiber SJ


Interreligiöse Kompetenz nötig - Von Provinzial P. Christian M. Rutishauser SJ

P. Provinzial Rutishauser hat in der NZZ Nr. 299 vom 24. Dezember (Seite 16) einen Gastkommentar veröffentlicht, in welchem er betont, dass gerade die heutige Welt den Dialog der Deutungssystem brauche.

Zum Artikel auf der NZZ Website.

Im Lassalle-Haus Bad Schönbrunn wird der Lehrgang „Spirituelle Theologie im interreligiösen Prozess“ angeboten, welcher die Ausbildung entsprechender Kompetenzen fördert.

 


Philippinen nach dem Taifun - koordinierter Wiederaufbau zerstörter Dörfer

Nach dem verheerenden Taifun Haiyan vom 8. November 2013 gehen die Jesuiten auf den Philippinen nun zum langfristigen Wiederaufbau zerstörter Dörfer über. Die Jesuitenmission unterstützt diese Arbeit und koordiniert über das „Xavier Network“ die Hilfe aller Jesuitenorganisationen auf europäischer Ebene. Missionsprokurator P. Klaus Väthröder SJ aus Nürnberg hat sich deshalb Anfang Dezember, einen Monat nach der Katastrophe,  bei einem Besuch über die Schäden und den Stand der Planungen informiert.

Weitergehende Informationen auf der "jesuitenweltweit-mission mit menschen" Website.


Peter Faber, ein neuer Heiliger des Jesuitenordens

Die Kirche erhält einen neuen Heiligen: Peter Faber, einen Jesuiten der ersten Stunde, einen Gefährten des heiligen Ignatius und des heiligen Franz Xaver. Papst Franziskus bezeichnet ihn als Vorbild. Wir sprachen mit dem Jesuiten Toni Witwer, dem ordensinternen Beauftragten für Selig- und Heiligsprechungen der Jesuiten.

 Witwer: „Peter Faber war ein armer Bauernbube, ein Schafhirte, der 1506 im heutigen Savoyen geboren worden ist. Er kam durch seinen Onkel zum Theologiestudium, traf dann in Paris mit dem Heiligen Ignatius zusammen. Und diese Begegnung mit Ignatius war für ihn entscheidend für das weitere Leben. Faber ist der erste in diesem Freundeskreis zusammen mit Franz Xaver und den übrigen. Und so ist er immer mit Ignatius und Franz Xaver verehrt worden.
Er war am Anfang des Ordens immer unterwegs; auf der einen Seite auf Befehl des Papstes, dann aber auch auf Wunsch des Kaisers und der Könige, und auch auf Wunsch von Ignatius. Er ist zurückgekommen von Spanien, weil der Papst wollte, dass er zum Konzil von Trient geht. Auf diesem Weg ist es kurz nach seiner Ankunft in Rom am 1. August 1545 gestorben." 

Radio Vatikan: „Warum ist Peter Faber für viele Katholiken ein Unbekannter?“

Witwer: „Er ist nur im Schatten für die Leute außerhalb der Gesellschaft Jesu oder außerhalb der Diözese Annecy, der Gegend, aus welcher er stammt. In der Gesellschaft Jesu hingegen war Peter Faber immer von Bedeutung, vor allem weil sein Memoriale von Anfang an in der Gesellschaft verbreitet worden ist. Das hat ja auch dazu geführt, dass etwa Franz von Sales dieses Memoriale auch in die Hand bekommen hat. Das war der Anstoß, dass er gesagt hat, diesen Mann müssen wir heiligsprechen, der verdient es, dass er für uns als Vorbild dasteht."

Radio Vatikan: „Sie erwähnten, dass Peter Faber viel reiste. Unter anderem war er in Deutschland, zu Zeiten der Reformation und der Konfessionskriege. Welche Haltung zeichnete ihn in so schwierigen Situationen aus?“

Witwer: „Seine primäre Haltung war die, dass er überall den Frieden gesucht hat, die Versöhnung zwischen den verschiedenen Parteien. So war er auch sehr sensibel für das, was fehlte. Er hat wahrgenommen, dass diese Spaltung vor allem darauf zurückzuführen ist, dass das allgemeine Volk vom Glauben kaum eine Ahnung hat und deshalb manipulierbar war. Deshalb hat er versucht, einfach das Evangelium zu verkünden und vor allem die Priester auszubilden. Dies hat er vor allem dadurch getan, dass er sie in Exerzitien begleitet hat. Peter Faber hat sehr vielen Leuten die Exerzitien gegeben, die dann selber in die Gesellschaft eingetreten sind, etwa Petrus Canisius."

Radio Vatikan: „Selige und Heilige „bewegen“ immer. Das ist, warum sie selig bzw. heilig sind. Was ist das „Bewegende“ von Peter Faber, also das an ihm, was Glaubende dazu bringen kann, sich in Bewegung zu setzen?“

Witwer: „Das, was heute Menschen noch bewegt und bewegen kann und soll, ist sicher, dass er der Meister der Gewissenserforschung und auch der geistlichen Unterscheidung ist. Er hat in den Augen des Ignatius wie kein anderer es verstanden, die Exerzitien zu geben. Ignatius hat das einmal auch so ausformuliert, Peter Faber ist sogar fähig, das Wasser aus den Steinen herauszuziehen. Das, was verhärtet ist, wieder gleichsam lebendig zu machen, den abgestorbenen Glauben zu vertiefen und zu erneuern."

Radio Vatikan am 17. Dezember 2013

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Winterzeit - Gedanken von P. Hubert Holzer SJ

Wald in Dänemark
© I, Malene: Langå, Dänemark

Winterzeit - Gedanken von P. Hubert Holzer SJ

 Es waren einmal, so berichtet die Legende, zwei Mönche. Die lasen in einem alten Buch, es gebe am Ende der Welt einen Ort, an dem Himmel und Erde sich berühren. Sie beschlossen, ihn zu suchen, durchwanderten die Welt, bestanden unzählige Gefahren und alle Versuchungen, die einen Menschen von seinem Ziel abbringen können. Ein Tor sei dort, so hatten sie gelesen, man brauche nur anzuklopfen und befinde sich bei Gott. Schliesslich fanden sie, was sie suchten und klopften an. Bebenden Herzens sahen sie, wie sich die Tür öffnete, und als sie eintraten, standen sie zuhause in ihrer Klosterzelle. Da begriffen sie: Der Ort, an dem Himmel und Erde sich berühren, befindet sich auf dieser Erde, an der Stelle, die uns Gott zugewiesen hat.

 Der Sommer ist die Zeit der Bewegung und des Reisens. Wie die zwei Mönche, so brechen Legionen von Menschen auf und suchen das Glück in fernen Landen.

Der Winter ist anders. Er grenzt die Bewegungsfreiheit ein durch Nebel, Schnee und Eis. „Es ist als wollte er uns sagen: Halte es eine Weile bei dir selbst aus. Lass ruhen, was das Jahr über in Bewegung ist; hole heim, was zerstreut ist und beschränke dich auf das Wesentliche.“ (B. Dörig)

Wer sich der äusseren Begrenzung des Winters stellt, findet in ihm einen Lehrmeister, denn er tritt mit uns die Reise nach innen an. Er führt in die Stille. Denken wir an die Stille in einem verschneiten Wald! Still wird es auch mit der Dunkelheit am Abend, im Schein der Lampe oder beim Licht einer Kerze. Von der Stille führt der Weg in die Erinnerung. Was habe ich denn eigentlich gelebt? Welche Erinnerungen sind mir wertvoll?

Aus welchen kann ich leben? Die Erinnerung wird dann zur Verinnerlichung und führt an den Ort, an dem Himmel und Erde sich berühren. Angelus Silesius beschreibt den Weg nach innen in seinem „Cherubinischen Wandersmann“: „Halt an, wo laufst du hin? Der Himmel ist in dir. Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.“

 Hubert Holzer SJ