Rückschritte in der Sozialpolitik und in autoritäres Gebaren: P. General Arturo Sosa SJ zur Corona-Krise

(Kommentare: 0)

P. General Arturo Sosa SJ ist sehr besorgt über die rasante Entwicklung der Corona-Pandemie in Lateinamerika und den Umgang vor Ort. Der Venezolaner ist seit 2016 Generaloberer der Jesuiten und sagt: «Es tut mir sehr weh zu sehen, dass die Pandemie nicht aufhört. Ich bin sehr besorgt, weil es keine sozialen oder politischen Strukturen gibt, um dieser Notlage wirklich zu begegnen.»

Die Gesellschaft Jesu ist weltweit in der Flüchtlingshilfe engagiert. Der  Orden werde derzeit weltweit Zeuge von ernüchternden Entwicklungen: «Mehrere Länder haben diese Pandemie ausgenutzt, um die Migrationspolitik dahingehend zu ändern, dass die Durchreise von Migranten oder die Aufnahme von Migranten eingeschränkt wird. Das ist ein grosser Fehler, wenn man bedenkt, dass wir die Welt brüderlicher und gerechter machen wollen. Zu diesem Zeitpunkt wäre und ist die erneute Diskriminierung von Migranten eine große Gefahr und wäre Zeichen einer Welt, die wir nicht wollen!»

Die Corona-Krise trifft die Ärmsten der Welt hart. Viele arbeiten im informellen Sektor und haben kaum Arbeit mehr. Und auch wer über eine Anstellung verfügt, ist vor Armut nicht gefeit. «Es gibt viele Unternehmen, die diese Gelegenheit nutzen, um Arbeitnehmer zu entlassen oder die Löhne zu kürzen oder nicht das zu zahlen, was sie zu zahlen haben, oder um Leistungen der öffentlichen Gesundheit zu kürzen ... Kurz gesagt, die Pandemie ist eine Gelegenheit, Schritte vorwärts oder rückwärts zu gehen. Und dessen müssen wir uns als katholische Kirche und als Menschen, die sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen, sehr bewusst sein, um eine aufnahmebereitere, demokratischere Gesellschaft aufzubauen.»

Mehr dazu auf Radio Vatikan von Antonella Palermo und Anne Preckel.

 

 

 

Zurück