Wir führen die Meditation zur Eucharistiefeier des Tages bis 1. Juni weiter

Wenn auch die Corona-Krise noch nicht ausgestanden ist: Hoffnung leitet und trägt Menschen seit jeher – dieser Tage ist es insbesondere die Hoffnung auf Solidarität über Grenzen der Generationen, Kulturen, Nationen, Religionen hinweg.
Öffentliche Gottesdienste sind ab Donnerstag 28. Mai 2020 mit entsprechenden Schutzmassnahmen wieder möglich, hat der Bundesrat am 21. Mai verfügt. Bis zum Pfingst-Montag 1. Juni fahren die Schweizer Jesuiten fort, einen der Lesungstexte der Eucharistiefeier des Tages zu kommentieren – als Tagesimpuls, als Meditationsangebot, als Unterstützung für die geistig-geistliche Gesundheit. 

Haben Sie Zeit für eine Meditation von etwa 20 Minuten, empfehlen wir Ihnen folgende Schritte:

  1. Gott in persönlichen Worten um Offenheit für seine Gegenwart bitten.
  2. Lektüre des Lesungstexts.
  3. Innehalten beim Text; ihn zu verstehen suchen.
  4. Lektüre des Kurzkommentars.
  5. Innehalten beim Gelesenen; tiefer verstehen suchen.
  6. Ein Gespräch mit Gott über das Angesprochene. Daraus entsteht Dank oder Bitte.
  7. Abschluss der Meditationszeit mit einem «Vater unser».
Meditation zur Lesung der Eucharistie-Feier vom Tag
Pfingstmontag 1. Juni 2020: Lesung aus dem Evangelium nach Johannes 15,26 -16,3. 12-15

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen. Und auch ihr legt Zeugnis ab, weil ihr von Anfang an bei mir seid. Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt. Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten. Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben. Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird reden, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

Tagesimpuls von Martin Föhn SJ

In unseren Breitengraden werden zum Glück keine Menschen mehr auf Grund ihres Glaubens getötet. Man wird höchstens noch schräg angeschaut, wenn man sagt, dass man an einen personalen Gott glaubt. Dieser schräge Blick kann manchmal als eine kleine Verletzung erlebt werden, die vielleicht dazu führt, nicht mehr zum eigenen Glauben zu stehen.

Ich erinnere mich an die Zeit, als ich mit 19 Jahren einige Monate als Zimmermann gearbeitet habe. So nebenbei erwähnte ich einmal, dass ich mir vorstellen könnte, Theologie zu studieren. Ab diesem Moment wurde ich von meinen Kollegen „Pfarrer“ genannt und sie spotteten zwischendurch darüber. Da erinnerte ich mich an dieses Evangelium. Eine innere Freude erfüllte mich, vielleicht auch ein bisschen Stolz. Und der Gedanken kam auch: Ich lege hier Zeugnis ab für Christus. Das Wissen, dass Christus solche Situationen vorausgesagt hatte, beruhigte mich, und ich konnte mit dem Spott gut umgehen. Nach einige Wochen harter Arbeit auf dem Bau hatten die Jungs mich akzeptiert. Natürlich wurde jeweils am Feierabend das eine oder andere Bierchen getrunken und da kamen dann plötzlich Fragen und Gedanken bei ihnen hoch. „Warum glaubst du an Gott?“ – „Eigentlich ist mir der Glaube ja auch wichtig, aber man kann halt nur mit wenigen darüber sprechen.“ – „Was denkst Du, wird nach dem Tod sein?“ Meistens entwickelten sich darauf sehr schöne Gespräche. 
Ich habe es nie bereut, zu meinem Glauben zu stehen, ganz im Gegenteil: Es hat mein Leben bereichert und vertieft.

Die zweite Stelle, die mich berührt: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten.“Ich habe mich oft gefragt, was die Apostel wohl nicht ertragen hätten. Ich weiss es bis heute nicht. Ich habe allerdings in meinem eigenen Leben bemerkt, dass es immer wieder Dinge gibt, die mir gesagt werden und die ich nur schwer ertragen kann. Meistens sind es Dinge, die mich herausfordern, etwas an mir oder meiner Umgebung zu verändern. Oft sind es auch Dinge, von denen ich spüre, dass die Person Recht hat, und doch bin ich in dem Moment nicht in der Lage, es anzunehmen und meinem Gegenüber wirklich Recht zu geben.

Ich glaube, es ist wichtig, manchmal zu sagen: „Es reicht, ich kann das im Moment nicht ertragen.“ Denn nicht alle Menschen haben ein solches Feingefühl wie Christus und merken, wann es zu viel ist. Ich glaube aber auch, dass es wichtig ist, sich sobald wie möglich die Dinge anzuhören, die die Person zu sagen hat oder sie bereits zu bedenken, wenn sie ausgesprochen werden. 

Und hier kommt der Heilige Geist ins Spiel. Die Verheissung des Evangeliums ist, dass wir die nötige Kraft erhalten, um die Wahrheit zu hören und sie uns anzueignen. Der Heilige Geist hilft, uns von uns selbst zu distanzieren und die Dinge, die uns gesagt werden, objektiv anzuschauen. Und sie, wenn sie der Wahrheit entsprechen, in unser Leben zu integrieren. 

So wünsche ich Ihnen, dass Sie immer mehr vom Geist der Wahrheit erfüllt werden, damit Sie das, was auch immer auf Sie zukommt, in seinem Lichte und mit seiner Hilfe erkennen und ertragen können. 

Zu den Tages-Impulsen seit Sonntag, 15. März 2020:

Pfingstmontag, 1. Juni 2020

Pfingstsonntag, 31. Mai 2020

Samstag, 30. Mai 2020

Freitag, 29. Mai 2020

Donnerstag, 28. Mai 2020

Mittwoch, 27. Mai 2020

Dienstag, 26. Mai 2020

Montag, 25. Mai 2020

Sonntag, 24. Mai 2020

Samstag, 23. Mai 2020

Freitag, 22. Mai 2020

Donnerstag, 21. Mai 2020

Mittwoch, 20. Mai 2020

Dienstag, 19. Mai 2020

Montag, 18. Mai 2020

Sonntag, 17. Mai 2020

Samstag, 16. Mai 2020

Freitag, 15. Mai 2020

Donnerstag, 14. Mai 2020

Mittwoch, 13. Mai 2020

Dienstag, 12.5.2020

Montag, 11.5.2020

Sonntag, 10.5.2020

Samstag, 9.5.2020

Freitag, 8.5.2020

Donnerstag, 7.5.2020

Mittwoch, 6.5.2020

Dienstag, 5.5.2020

Montag, 4.5.2020

Sonntag, 3.5.2020

Samstag, 2.5.2020

Freitag, 1.5.2020

Donnerstag, 30.4.2020

Mittwoch, 29.4.2020

Dienstag, 28.4.2020

Montag, 27.4.2020

Sonntag, 26.4.2020

Samstag, 25.4.2020

Freitag, 24. April 2020

Donnerstag, 23. April 2020

Mittwoch, 22. April 2020

Dienstag, 21. April 2020

Montag, 20. April 2020

Sonntag, 19. April 2020

Samstag, 18. April 2020

Freitag, 17. April 2020

Donnerstag, 16. April 2020

Mittwoch, 15. April 2020

Dienstag, 14. April 2020

Montag, 13. April 2020

Sonntag, Ostermorgen, 12.April 2020

Samstag, Osternacht, 11. April 2020

Karfreitag, 10.April 2020

Gründonnerstag, 9. April 2020

Mittwoch, 8. April 2020

Dienstag, 7. April 2020

Montag, 6. April 2020

Sonntag, 5. April 2020

Samstag, 4. April 2020

Freitag, 3. April 2020

Donnerstag, 2. April 2020

Mittwoch, 1. April 2020

Dienstag, 31. März 2020

Montag, 30. März 2020

Sonntag, 29. März 2020

Samstag, 28. März 2020

Freitag, 27. März 2020

Donnerstag, 26. März 2020

Mittwoch, 25. März 2020

Dienstag, 24. März 2020

Montag, 23. März 2020

Sonntag, 22. März 2020

Samstag, 21. März 2020

Freitag, 20. März 2020

Donnerstag, 19. März 2020

Mittwoch, 18. März 2020

Dienstag, 17. März 2020

Montag, 16. März 2020

Sonntag, 15. März 2020

 

 

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